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Drei Anbaumethoden im Vergleich

Drei Anbaumethoden im Vergleich

Steht die Pflanze mit den Füßen am besten in einer Hydrokultur? Kokos? Oder doch in der klassischen Erde?

Welche Anbaumethode ist die beste für mich?

 

Du bist also bereit es anzugehen eigene Pflanzen zu züchten und willst wissen welches Substrat sich am besten für Deinen urbanen Garten eignet?

Anders gesagt...

Steht die Pflanze mit den Füßen am besten in einer Hydrokultur? Kokos? Oder doch in der klassischen Erde?

Alle Umstände sind unterschiedlich und für jede Situation und Person ist die eine Methode passender als die andere. Diese Frage kannst nur Du Dir selbst beantworten. Um Dir dabei zu helfen schauen wir uns die klassische Erde, Kokos und die Hydrokultur/Hydroponik bei Vorbereitung, Ernte, Bewässerung, Düngung, Ungeziefer und Bequemlichkeit im direkten Vergleich an.

 

Was ist denn eine Hydrokultur?

Die Hydrokultur, oder auch Hydroponik genannt, verwendet Wasser als Träger von Nährstoffen. Eine Methode die mich bis heute fasziniert!
Als Substrat verwendet man nährstofffreie Steinwolle oder Blähton. Bei kleinen Pflanzen wie Salaten reicht oft auch nur ein kleiner Netztopf aus in dem das Gewächs steht. Es gibt viele Unterarten der Hydrokultur, da dieses Prinzip auf vielen Wegen umgesetzt werden kann. Meistens wird ein Zirkulationssystem verwendet in dem das Wasser, mit Hilfe einer Pumpe, aus einem Tank zu den Pflanzen befördert wird und direkt wieder zurückfließt.

 

Kokos? Stell ich da meine Pflanze in eine Kokosnuss?

Kokos, auch Coco genannt, besteht aus einem Abfallprodukt der Kokosnussindustrie. Es ist die zerkleinerte Faser, die die Kokosnuss umschließt. Sie sieht fast so aus wie Erde, hat aber nur wenige Nährstoffe und fühlt sich schwammig und luftig an. Das bringt gerade bei der Belüftung der Wurzel und der genau dosierten Düngung gewisse Vorteile.

Was ist mein Ziel?

Die Frage was besser ist, kann nur beantwortet werden, wenn einbezogen wird was das Pflanzenmedium Dir bringen soll und was Du persönlich bevorzugst. Jede Methode hat ihre eigenen Vorteile. Schauen wir uns diese mal an.

 

Vorbereitung

Generell ist die Vorbereitung für Erde und Kokos deutlich einfacher und günstiger als für Hydroponik. Die Investition in eine Hydrokultur kann sich allerdings auf lange Sicht auszahlen.

Die Vorbereitung für Kokos und Erde ist einfach. Platz aussuchen, Topf befüllen, fertig! Du bist bereit zum Bepflanzen!
Falls es ein Indoor-Garten sein soll musst Du natürlich noch die Growbox aufstellen und Dein Innenleben installieren. ;-)

Falls Du ein Grower bist der seinen Garten eher als ein Labor betrachet gibt es die Hydroponik. Du kannst entweder Dein eigenes System bauen oder ein fertiges; bewährtes System in unserem Shop bestellen. Diese sind meist innerhalb einer halben Stunde aufgebaut.

 

Ernte

Wenn es für Dich auf schnelles Wachstum und üppige Pflanzen ankommt ist die Hydroponik die richtige Wahl. Mit dieser Methode kann die Ernte im Vergleich zur Erde 15-20% größer ausfallen!

Außerdem kann sich die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte um bis zu 2 Wochen verkürzen.

 

Bewässerung

Wenn Du in Erde anbaust liegt der optimale Wasser-pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. (Leicht sauer bis neutral)

Bei einer Hydrokultur liegt dieser Wert zwischen 5.5 und 6,5 pH.

Der pH-Wert lässt sich mit Produkten wie „pH up“ (pH+) oder „pH down“ (pH-) korrigieren.

Um den pH-Wert zu messen gibt es spezielle pH-Messgeräte.

 

Hä? Aber was ist der pH Wert?

Der pH-Wert beschreibt ob das Wasser sauer, basisch oder neutral ist. Wenn dieser Wert stark von der Norm abweicht kann die Pflanze die im Wasser gelösten Nährstoffe nicht richtig aufnehmen und verhungert.

 

Ein hydroponisches System rezirkuliert das Nährwasser und muss nur ca. alle 10 Tage gewechselt werden, deshalb wird weniger Wasser verbraucht als bei anderen Anbaumethoden.

Erde dagegen hat den Vorteil, dass sie nur alle paar Tage bewässert werden muss, da sie sehr gut das Wasser speichert.

Das Hauptproblem mit handelsüblicher Erde ist die Überwässerung. Die Erde speichert sehr viel Wasser und bildet nur wenige Luftlöcher. Deshalb kann in einigen Fällen Schimmel entstehen und die Wurzeln sterben wegen Sauerstoffmangel ab. Deshalb wird oft Perlit ,weiße raue Kügelchen, dem Erdmix beigemischt um mehr Luftigkeit zu erhalten.

Dieses Problem kennt die Kokosfaser nicht. Sie sollte zwar von Anfang an mit einem Dünger verwendet werden aber dank ihrer Eigenschaften leitet sie überschüssiges Wasser sehr gut ab und ermöglicht den Wurzeln eine gute Luftzufuhr.
Besonders bei der Anzucht von Jungpflanzen ist Kokos sehr zu empfehlen!

Ein Vorteil der Hydroponik ist die Automatisierung der Bewässerung, diese wirkt sich gerade bei größeren Gärten sehr arbeitssparend aus.

 

Düngung

Bei Erdanbau reicht es meist eine gute Erde zu kaufen. Damit sind Deine Pflanzen für die ersten 5-6 Wochen mit Nährstoffen versorgt. Danach sollte allerdings zu einem Dünger gegriffen werden, da die Nährstoffe mit der Zeit von den grünen Freunden aufgebraucht werden.

Kokos ist da anders. Es enthält nur wenige Nährstoffe und sollte von Beginn an mit einem speziellen Dünger versetzt werden.
Kokos enthält zwar etwas Kalium, Eisen, Mangan, Zink und Kupfer aber diese reichen nicht für ein gesundes Pflanzenwachstum aus. Du brauchst einen passenden Komplettdünger und die richtigen Mikronährstoffe wie Kalzium und Magnesium. Natürlich gibt es auch bei uns speziell für Kokos entwickelte Dünger.

Hydroponische Systeme brauchen einen speziell für Hydrokulturen entwickelten Dünger. Dieser ist völlig anders als der für Erde und Du solltest nicht Erddünger in Hydrokulturen verwenden. Es kann nämlich Deine Pflanzen umbringen. Umgekehrt sind einige hydroponische Dünger auch für Erdsubstrate anwendbar, allerdings in einer geringeren Dosierung.

 

Ungeziefer (Schädlinge)

Normale Erde bietet einen guten Lebensraum für viele Schädlinge während hydroponische Systeme von solchen Problemen befreit sind.
Kokos ist ebenfalls wenig attraktiv für Ungeziefer und empfiehlt sich, falls Du auf solche Probleme bereits gestoßen bist.

Bequemlichkeit

Erde und Kokos sind gut für Einsteiger geeignet, da sie Fehler eher vergeben als die Hydrokultur.

Erde puffert den pH-Wert des Gießwassers, falls er zu hoch oder zu niedrig sein sollte. Mit einem hydroponischen System kann solch ein Fehler Dir nämlich die Ernte kosten. Auch reagieren Pflanzen in solchen Systemen schnell auf Nährstoffprobleme und könnten bei falscher Behandlung bereits nach 1-2 Tagen absterben. Allerdings reagieren die Pflanzen auch schneller, wenn der Fehler behoben wurde.

Die Hydroponik nimmt wegen dem Reservoir und dem Zirkulationssystem mehr Platz ein und hat eine gewisse Lärmbelastung da sie oft eine Pumpe verwendet und das Wasser plätschert. Es gibt aber auch Ausnahmen!

Dafür ist die Umpflanzung von der Anzucht in das System meist einfacher und stressfreier für die Pflanze. Sie muss nur einmal umgesetzt werden während bei Topfen 2-3 Umtopfungen für einige Pflanzen erforderlich sind.

Auserdem ist zu beachten, dass ein hydroponisches System bei einem Stromausfall nicht mehr arbeiten kann. Falls diese bei Dir öfter vorkommen, muss ich von einer Hydrokultur abraten.

 

Fazit

Ich glaube ich konnte Dir einen kleinen Einblick in die haupt Vor- und Nachteile dieser Anbaumethoden geben. Die Frage was besser ist, kann nicht generell für jeden beantwortet werden, sondern hängt von Deinen Ansprüchen und Umständen ab.

Hier nochmal die Vor und Nachteile auf einen Blick:


Erde

pro contra
+ Nährstoffe bereits enthalten - zieht Schädlinge an
+ anfängerfreundlich - längere Wachstumszeiten als Hydrokultur und Kokos
+ Bewässerung alle paar Tage - leicht zu übergießen

 

 

 

 

 

 

 

Kokos

pro contra
+ volle Kontrolle über die Nährstoffe - Kalzium und Magnesium müssen beigedüngt werden
+ hat eine Kaliumquelle und ein paar Micronährstoffe - angeblich etwas weniger Geschmack als bei Erde
+ wiederverwendbar  

 

Hydroponik (Hydrokultur)

pro contra
+ schnelles Wachstum - braucht viel Aufmerksamkeit
+ große Substratauswahl (Blähton, Steinwolle, Perlit) - Gefahr bei Stromausfall
+ automatisierte Bewässerung - höherer Stromverbrauch

 
Tipp zum Schluss:
Falls Du dich zwischen Erde und Kokosfaser nicht entscheiden kannst. Vermische sie einfach!
Die Fasern der Kokosnuss verleihen dem Substrat eine Schwammigkeit, was die Drainage und Belüftung verbessert und die Erde liefert Nährstoffe und Bakterien.
Nach 3-4 Wochen sollte allerdings ein Dünger verwendet werden.

Keep growing!

von Pavel Filimonov

 

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