Schädlingsbekämpfung

Pflanzen können im Haus wie im Freien von Schädlingen oder Krankheiten befallen werden. Die wichtigste Vorsorge dagegen ist konsequente Pflege. Kontrolliere Deine Pflanzen regelmäßig. Entferne sofort alle kranken Teile und Abfälle von infizierten Pflanzen, um die Gefahr einer erneuten Infektion zu bannen. Sollte eine schwere Pflanzenkrankheit aufgetreten, trenne Dich am besten vom gesamten Inhalt des Pflanzgefäßes, um die Infektion künftiger oder benachbarter Pflanzen zu verhindern.

Es ist stets besser, frisches Substrat für neue Pflanzen zu verwenden, denn so ist gewährleistet, dass die grünen Freunde den besten Start ins Leben haben und keine früheren Feinde in der Erde lauern. Das ist zwar etwas verschwenderisch, aber manche Pflanzen entziehen dem Substrat auch spezielle Nährstoffe, die den anschließend gepflanzten dann fehlen.

Trotz aller Sorgfalt können Deine Pflanzen manchmal doch befallen werden und dann stehen Dir alle möglichen Mittel zur Verfügung. Bevor Du zu chemischen Produkten greifst solltest Du erst organischen Verbindungen einen Versuch geben.

Pulverisierte Derriswurzel (Rotenon), Schwefel und mildes Seifenspray sind biologisch abbaubar, müssen allerdings regelmäßig angewandt werden und wirken nur bei direktem Kontakt.

Eine weitere biologische Methode sind Pflanzengesellschaften, bei denen bestimmte Pflanzen Schädlinge abschrecken und Nützlinge anziehen, sodass Insekten gehindert werden, Deine Ernte zu zerstören.

Knoblauch und stark duftende Kräuter wie Minze halten Schädlinge wie die Möhrenfliege fern. Die Petersilie verscheucht Zwiebelfliegen. Der Geruch von Rosmarin soll die Bohnenfliege an der Eiablage hindern. Pflanze also Rosmarin zwischen Kohl, Karotten und (weiße) Rüben. Auch Blumen können Schädlinge von Gemüsepflanzen fernhalten; Kapuzinerkresse (Tropaeolum) z.B. Blattläuse und Raupen. Ringelblume (Calendula officinalis) und Sumpfblume (Limnanthes douglasil) ziehen Florfliegen, Schwebfliegen und Marienkäfer an, die wiederum Blattläuse fressen. Und die Studentenblume (Tagetes) kann Weiße Fliegen von Deinen Pflanzen fernhalten.

 

Häufige Schädlinge, Krankheiten und ihre Behandlung

  • Blattläuse (schwarze und grüne) treten häufig im Frühjahr, Sommer auf. Schwarze Blattläuse hemmen das Pflanzenwachstum, fressen Blüten, verderben die Schoten. Triebspitzen der Saubohnen abknipsen, sobald sich vier Hülsenansätze gebildet haben. Im trockenem Frühjahr, bei heißem feuchten Wetter sind grüne Blattläuse schlimmer: Sie übertragen Viren, überziehen Pflanzen mit dickem klebrigen Belag. Dünge maßvoll, geeignete Pflanzpartner wählen, die Blattläuse abschrecken. Gewächse mit Algenkalk überstäuben, Besprühen mit diversen Pflanzenbrühen stärkt vorbeugend. Pflanzliche oder chemische Insektizide ggf. bei Befall.
  • Vögel, Mäuse und Eichhörnchen finden Sämlinge, zarte Blätter attraktiv, wenn andere Nahrungsquellen noch spärlich sind. Netze helfen, die aber gut am Boden befestigt werden müssen. Vogelscheuchen in und neben Pflanzgefäßen aufstellen.
  • Botrytis (Grauschimmelfäule) kann Beerensträucher befallen, bildet einen dichten grauen Schimmelbelag, bei feuchter Witterung faulen die Früchte. Ausreichenden Pflanzabstand, Luftzirkulation beachten. Dagegen helfen Fungizide.
  • Monilia ist ein Pilz, der viele Obstbäume befällt. Er bildet braune bläuliche Flecken, auf den Früchten einen ringförmigen grauweißen Belag. Häufig im Sommer und bei Vorratshaltung. Vernichte schadhafte Früchte, beim Rückschnitt sämtliche toten Triebe entfernen.
  • Kohlfliege: Zu erkennen an bläulichen welkenden Blättern frisch gepflanzter Sämlinge. Beim Pflanzen Kohlkrägen um den Hals der Setzlinge legen. Sehr engmaschige Netze verhindern die Eiablage. Stark befallene Pflanzen samt Erde vernichten.
  • Schwarzfäule ist eine Pilzinfektion von Wurzelgemüse. Befallene Pflanzen ausreißen und vernichten. Kaufe möglichst resistente Sorten.
  • Bakterienbrand befällt Obstbäume, den Stamm und die Äste. Auch Blätter und Blüten zeigen Befall. Rinde schrumpft, das innere Holz liegt frei. Gieße mit Regenwasser. Am schlimmsten an Kirsch- und Pflaumenbäumen, wobei aus dem Holz eine Gummiartige Masse quillt. Betroffene Stellen bis tief ins gesunde Holz zurückschneiden. Generell Sommerschnitt. Suche professionelle Hilfe.
  • Möhrenfliegen legen ihre Eier in das Kraut, schlüpfende Maden bohren sich in das Fruchtfleisch, verursachen Wurzelfäule. Zwiebel als Mischkultur. Vlies über den Möhren beugt vor. Befallene Karotten entsorgen. Schlimmer bei trockenem Wetter.
  • Raupen fressen zwischen April und Oktober bei heißem Wetter Löcher in Blätter. Die Ober- und Unterseiten der Blätter auf Eier absuchen; entfernen und töten. Pflanzen mit feinmaschigem Netz umhüllen, so Eiablage der Schmetterlinge verhindern.
  • Chlorose äußert sich durch Vergilbung der Pflanze, vor allem der Blätter. Tritt dann auf, wenn der pH-Wert des Bodens bei säureliebenden Pflanzen zu hoch ist. PH-Wert des Bodens vor Pflanzung testen, geeignetes Substrat verwenden. Mit Regenwasser gießen, keine kalkhaltigen Dünger.
  • Kohlhernie: An den Wurzeln der befallenen Kohlpflanzen entstehen Verdickungen. Reiße alle erkrankten Pflanzen raus, mitsamt der Erde entsorgen. Dränage des Substrats verbessern, Algenkalk einarbeiten, um Ausbreitung zu verhindern. Resistente Sorten pflanzen.
  • Apfelwickler: Ein Schmetterling, dessen Raupen sich im Hochsommer durch das Fruchtfleisch fressen. Fallobst entfernen. Abhilfe bringen Pheromonfallen. Um den Stamm Obstmaden-Fanggürtel legen.
  • Erdflöhe fressen Löcher in die Blätter, Blattränder von Grüngemüse, macht aber das Gemüse nicht ungenießbar. Mit Vlies zum Schutz abdecken, regelmäßig wässern. Beifuß dazu pflanzen. Bei Bedarf Insektizide.
  • Mehltau: Man unterscheidet Falschen und Echten Mehltau. Falscher Mehltau zeigt gelbe Flecken der Blätter und bräunlichen Schimmel, stärker bei feuchtem, kühlem Wetter an der Blattunterseite. Schoten sehen verdreht aus. Echter Mehltau entwickelt, stärker bei trockenem Wetter, weiße Flecken auf den Blättern, Schoten, Früchten. Gute Wachstumsbedingungen beachten. Ggf. chemische Mittel (Spray).
  • Gurkenmosaikvirus: Diese gefährliche häufige Krankheit übertragen grüne Blattläuse. Blätter kräuseln sich, bekommen gelbe und dunkelgrüne Flecken und die Pflanzen verdorren. Befallene Pflanzen vernichten, dann gründlich Hände und Werkzeug reinigen, um weitere Übertragung zu verhüten. Vorbeugende Maßnahmen gegen erneuten Befall.
  • Zwiebelfliegen benutzen Zwiebeln zur Eiablage. Wenn die Maden schlüpfen, fressen sie die Wurzeln samt den Zwiebeln. Zwischen Mai und August, besonders wenn Blätter beschädigt werden. Ausdünnen vermeiden, infizierte Pflanzen entsorgen.
  • Weißfäule der Zwiebel wird durch einen Pilz erzeugt und führt zum Eingehen. Kranke Pflanzen entsorgen.
  • Erbsenblasenfüße sind kleine schwarze oder gelbe Insekten, hinterlassen silbrige Flecken auf Blättern und Schoten. Gefährlicher bei trockenem heißen Wetter. Chemisch mit Spray bekämpfen, entsorgen.
  • Kartoffelfäule (Kraut- und Knollenfäule) entsteht durch einen Pilz. Laub der Pflanzen verfärbt sich gelb und braun, kräuselt sich, Kartoffeln verfärben sich, faulen und zerfallen. Pflanzen resistente Sorten, grundsätzlich in frische Erde.
  • Himbeerkäfer sind kleine blassbraune Insekten, Ende Mai saugen sie Saft der jungen Blätter und Blüten von Himbeer- und Brombeersträuchern. Abhilfe: Derriswurzelspray oder chemische Mittel.
  • Rote Spinne liebt jegliches Obst, im Haus und im Freien. Saugen den Saft aus den Blättern, weiße Flecken entstehen, braune Verfärbung. Vor allem bei heißem Wetter. Natürliche Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen, z.B. Marienkäfern. Auch chemische Bekämpfung.
  • Wurzelläuse befallen die Wurzeln von Grüngemüsen. Vor allem bei trockenem Wetter entsteht pudrig weißer Belag. Erkrankte Pflanzen entfernen. Gesunde Pflanzen feucht halten vermindert Befallsrisiko. Resistente Pflanzen anbauen.
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